Finanzielle Absicherung dank Hinterbliebenenrente

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Die finanzielle Absicherung für Witwer und Witwen – Hinterbliebenenrente in Deutschland

Der Tod des Ehemanns oder der Ehefrau ist ein persönlicher Schicksalsschlag, der das ganze eigene Leben berührt. Plötzlich treten Dinge in den Vordergrund, die all die Jahre zuvor nur wenig Beachtung erhielten. Vor allem dann, wenn es sich dabei um den Wegfall des Einkommens eines Hauptverdieners handelt. Die Rente wegen Todes, die in der gesetzlichen Rentenversicherung verankerte Form der Hinterbliebenenrente, rückt nun an eine wichtige Stelle zur Sicherstellung der finanziellen Existenz und des sozialen Status. Als Witwer oder Witwe haben Sie gewiss eine andere Vorstellung davon, den Tod einer geliebten Person auf eigene Weise zu verarbeiten. Auseinandersetzungen mit den Trägern der Sozialversicherung stehen dabei ganz unten in der Rangfolge.
Wir möchten Ihnen deshalb alles Wichtige zur Hinterbliebenenrente in Deutschland darlegen und aufzeigen, welche Rechte und Pflichten Sie hierbei haben.

Welche Leistungen können Hinterbliebene bei Tod eines Ehegatten beanspruchen?

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Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) führt in den §§ 63 ff. die Grundlagen für Leistungen und Hinterbliebene auf. Gemäß § 63 (1) SGB VII haben „Hinterbliebene […] Anspruch auf
1. Sterbegeld,
2. Erstattung der Kosten der Überführung an den Ort der Bestattung,
3. Hinterbliebenenrenten,
4. Beihilfe.
Für die ersten drei genannten Leistungen besteht jedoch nur dann Anspruch, „wenn der Tod infolge eines Versicherungsfalls, z.B. eines Arbeitsunfalls eingetreten ist.“ Dieselben Grundsätze werden für Hinterbliebenenleistungen an Lebenspartner angelegt.
§ 63 (4) SGB VII macht des Weiteren Angaben dazu, wie mit Versicherten umzugehen ist, die im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit verschollen sind. Sie gelten „als infolge eines Versicherungsfalls verstorben, wenn die Umstände ihren Tod wahrscheinlich machen und seit einem Jahr Nachrichten über ihr Leben nicht eingegangen sind.“
Die Unfallversicherung kann aber gegenüber den Hinterbliebenen ihr Recht durchsetzen, von diesen an Eides Statt zu verlangen, eben diese Umstände zu erklären. Eine Hinterbliebenenrente kann also in der Praxis und unter diesen speziellen Voraussetzungen an eine gerichtlich angreifbare Aussage geknüpft werden.

Wer hat Anspruch auf Sterbegeld und Erstattung von Überführungskosten?

Gemäß § 64 (1) SGB VII haben Witwen, Witwer, Kinder, Stiefkinder, Pflegekinder, Enkel, Geschwister, frühere Ehegatten und Verwandte der aufsteigenden Linie der Versicherten einen Anspruch auf Sterbegeld in Höhe eines Siebtels der jeweils zum Todeszeitpunkt geltenden Bezugsgröße. Was ist mit dieser Bezugsgröße im Zusammenhang mit einer Hinterbliebenenrente auf sich hat, werden wir im Folgenden noch darlegen.
Bezüglich der Kosten einer Überführung an den Ort der Bestattung gilt, dass ein Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit oder den Folgen des Versicherungsfalls gegeben sein muss. Tritt der Tod also nicht am „Ort der ständigen Familienwohnung des Versicherten“ ein, muss der Tod am Aufenthaltsort etwas mit der versicherten Tätigkeit zu tun haben. Grundsätzlich hat derjenige Anspruch auf Sterbegeld und Überführungskosten, der die Bestattungs- und Überführungskosten trägt.
Im folgenden Absatz werden wir uns näher mit Hinterbliebenenrenten beschäftigen, die Witwen oder Witwer beantragen können.

Formen und Anspruchshöhe der Hinterbliebenenrente

Eine Witwen- oder Witwerrente wird gezahlt, solange Sie nicht wieder geheiratet haben. Die Höhe der Hinterbliebenenrente ist gestaffelt und ist an diverse Bedingungen und Voraussetzungen geknüpft. Im Folgenden eine kompakte Darstellung zur Höhe der Witwen- und Witwerrente als Hinterbliebenenrente.
Gemäß § 65 (2) SGB VII beträgt die Rente
1. 2/3 des Jahresarbeitsverdienstes bis zum Ablauf des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats, in dem der Ehegatte verstorben ist,
2. 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes nach Ablauf des dritten Kalendermonats, jedoch längstens für 24 Kalendermonate nach Ablauf des Monats, im dem der Ehegatte verstorben ist.
3. 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes nach Ablauf des dritten Kalendermonats,

sofern Sie als Witwer oder Witwe ein waisenrentenberechtigtes Kind erziehen oder Sorge tragen für ein körperlich, geistig oder seelisch behindertes Kind bis zum vollendeten 27. Lebensjahr, das aber zugleich auch Anspruchs auf Waisenrente hat

oder

wenn Sie als Witwer oder Witwe bereits das 47. Lebensjahr vollendet haben

oder

solange Sie als Witwer oder Witwe erwerbsgemindert, berufs- oder erwerbsunfähig sind nach den Vorgaben des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI). Die Unfallversicherung ist in jedem Fall an die Entscheidungen der gesetzlichen Rentenversicherung gebunden.
Sonderfall: Frühere Ehegatten
Bei Tod eines früheren Ehegatten erhalten Sie eine Witwen- oder Witwerrente, sofern Sie während des letzten Jahres vor Tod des Versicherten einen Unterhalt erhalten haben oder Ihnen „im letzten wirtschaftlichen Dauerzustand vor dem Tod des Versicherten ein Anspruch auf Unterhalt zustand.“. Vorausgesetzt, die Ehe wurde geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben. Des Weiteren gibt es noch andere Berechnungsgrundsätze, wenn mehrere Anspruchsberechtigte vorhanden sind.

Abschließende Bemerkungen

Die Hinterbliebenenrente ist ein zentrales Merkmal der Daseinsfürsorge von Ehegatten und Lebenspartnern. Doch häufig werden die Grundsätze, wie sie im Sozialgesetzbuch dargelegt sind, anders oder zulasten des Anspruchsstellers ausgelegt. In diesen Fällen ist mit hohen Einbußen zu rechnen. Wir bei Sozial-Secure.de prüfen Ihren Fall und übernehmen gegebenenfalls die Vorfinanzierung für eine anwaltliche Vertretung durch einen versierten Fachanwalt für Medizinrecht. Erst im Erfolgsfalle werden wir mit einem prozentualen Anteil beteiligt. Sie tragen in keinem Fall ein Prozess- oder Kostenrisiko. Vertrauen Sie der Expertise und Erfahrung von Sozial-Secure.de und lassen Sie uns die Rechtmäßigkeit Ihrer Bescheide zur Hinterbliebenenrente prüfen.

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