Verletztenrente

Voraussetzungen

Besteht bei einem gesetzlich Unfallversicherten noch nach der 26. Woche seit dem Arbeitsunfall eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) in Höhe von mindestens 20 %, hat der Versicherte einen Anspruch auf die Zahlung einer Rente.

Die MdE von 20 % stellt ein Arzt anhand der sog. „Gliedertaxe“ fest. Die zur Rente berechtigende MdE kann auch erreicht werden, wenn mehrere Verletzungen vorliegen, die jeweils mindestens eine MdE von 10 % ausmachen und kumuliert mindestens 20 % ergeben.

 

  1. a) Vorläufige Entschädigung

Manchmal kann der Grad der MdE nicht sofort abschließend festgestellt werden. Reicht der vorläufige Grad der MdE jedoch für einen Rentenanspruch aus, wird dieser zunächst drei Jahre lang als sog. vorläufiger Entschädigungsanspruch gewährt. Liegen danach weiterhin die Voraussetzungen für eine Unfallrente vor, kann diese beansprucht werden.

 

  1. b) Dauerrente

Dauerrente kann sofort gewährt werden, wenn der Grad der MdE sogleich abschließend geklärt wird und keine Abfindung vereinbart wird. Die Dauerrente wird grundsätzlich dauerhaft gezahlt, es sei denn der Grad der MdE bessert sich.

 

Höhe

Als Berechnungsgrundlage des Rentenanspruchs dient der fiktive Vollrentenanspruch bei einer MdE von 100 %. Wenn dieser Grad der MdE vorliegt, hat der Versicherte einen Geldanspruch in Höhe von zwei Dritteln seines Jahresarbeitsverdienstes. Liegt die MdE unter 100 %, wird der prozentuale Anteil auf Basis des Vollrentenanspruchs berechnet.

 

Rechenbeispiel: Jahresverdienst von 90.000 € und MdE von 20 %

90.000 € x 2/3 = 60.000 €, d.h. monatlicher Vollrentenanspruch in Höhe von 5.000 €

MdE von 20 %: 5.000 € x 0,2 = 1.000 € Erwerbsminderungsrente im Monat

 

Zu beachten ist, dass die gesetzliche Obergrenze des Jahresarbeitsverdienstes nicht überschritten werden darf.