Wegeunfall – wer zahlt?

Wegeunfall
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Im Dunstkreis der gesetzlichen Unfallversicherung, die den meisten wohl in Form der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse bekannt ist, werden Arbeitsunfälle reguliert. Der Wegeunfall ist eine Ausprägung der versicherten Tätigkeit, wobei es hier einige Einschränkungen und Voraussetzungen zu beachten gilt. Wegeunfall, wer zahlt? Diese Frage lässt sich besonders gut beantworten, wenn man zunächst die Definition eines Wegeunfalls versucht.

Denn hierbei handelt es sich um einen Begriff aus dem Arbeitsrecht, weshalb sich eine methodische Annäherung anbietet. Als Wegeunfall gilt ein Unfall dann, wenn dieser auf dem Weg zur Arbeit oder von dieser weg geschieht. Er wird in diesem Zuge als Arbeitsunfall eingestuft und seitens der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse auch als solcher gehandhabt.

Soweit, so klar. Wer zahlt bei einem Wegeunfall?

Die gesetzliche Unfallversicherung, also Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Doch so einfach ist das Ganze nicht, denn seitens des Versicherungsträgers gibt es viele Einschränkungen und auch Auslegungssachen, die es regelmäßig erschweren, einen Wegeunfall auch als solchen anerkannt zu bekommen. In den folgenden Absätzen geben wir Ihnen hierzu praktische Informationen an die Hand, um die Frage gezielt zu beantworten: Wegeunfall, wer zahlt?

Was gilt als Arbeitsweg und was nicht?

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Wie eingangs erwähnt, stellt der Wegeunfall einen Arbeitsunfall dar und ist damit vom Grundsatz her im Wirkungskreis der gesetzlichen Unfallversicherung eingeschlossen. Die gesetzliche Unfallversicherung wird im Siebten Sozialgesetzbuch (SGB VII) geregelt. Dass auch Unfälle, die im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit (Arbeit, Ehrenamt, etc.) stehen, als solche anerkannt und reguliert werden, ergibt sich auf § 8 des Siebten Sozialgesetzbuches (SGB VII).

Dort findet die Bezeichnung des „Wegeunfalls“ nicht direkt Erwähnung, sie lässt sich aber aufgrund der im Folgenden genannten Fallgruppen konstruieren, die dort als Formen des Arbeitsweges genannt werden. Wer zahlt bei einem Wegeunfall und was damit gemeint ist, ist demnach zunächst gesetzlich vorgegeben.

  • Arbeitsweg: Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII definiert den unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Ort der Tätigkeit als versicherten Arbeitsweg.
  • Sofern sich aufgrund der Entfernung zwischen diesen Punkten die Notwendigkeit ergibt, eine Unterkunft nahe der Arbeitsstätte zu nehmen, so gilt auch der Weg zwischen Unterkunft und Familienwohnung als Arbeitsweg (ebd., Nr. 4).
  • Versicherungsschutz gilt im Zuge der regelmäßigen Rechtsprechung erst ab Verlassen des Wohnhauses. So wird ein Unfall, der zwischen häuslichem Arbeitszimmer und Wohnzimmer passiert, nicht als Wegeunfall anerkannt (Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 30.09.2010, Az. S 4 U 675/10). -

 

Ein Wegeunfall kann mehr als ein Verkehrsunfall sein

Wer bei einem Wegeunfall zahlt, wurde im Laufe des Bestehens der gesetzlichen Unfallversicherung häufig auf juristischem Wege erkämpft. Denn die Risiken auf dem Weg zur Arbeit sind nicht ausschließlich in Form eines Verkehrsunfalles gegeben.

Das Hessische Landessozialgericht hat mit Urteil vom 12.02.2008 (Az. L 3 U 82/06) dargelegt, dass auch Überfälle auf dem Weg zur Arbeit als Wegeunfall einzustufen sind. Ausnahmen gelten, wenn das Tatmotiv ausschließlich im persönlichen Bereich des Arbeitnehmers zu verorten ist, es also keinen Zusammenhang zwischen dem Wegeunfall und der versicherten Tätigkeit gibt (Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss vom 22.11.2011, Az. L 2 U 5633/10).

Selbst dann, wenn der Arbeitnehmer gar nicht zur Arbeit antreten musste, aber der berechtigten Überzeugung war, kommen zu müssen, ist im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung versichert (Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 01.02.2005, Az. L 15 U 303/03). In einem solchen Fall zahlt bei einem Wegeunfall die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Abschließende Bemerkungen zur Frage: Wegeunfall - wer zahlt?

Erfahrungsgemäß gibt es häufig Schwierigkeiten, Verletzungen aufgrund eines Wegeunfalls auch als solche anerkannt zu bekommen. Die Frage, wer bei einem Wegeunfall zahlt, ist daher nicht allein theoretischer Natur.

In der Praxis gibt es unzählige Fälle und Konstellationen, die zum Ausschluss führen können.Wichtig ist dann, alle Aspekte des Falles zu berücksichtigen und auf juristischem Wege für den Anspruch gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung einzutreten.

Wir von sozial-secure.de übernehmen die Vorfinanzierung für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche aufgrund eines Wegeunfalles, nach eingehender Prüfung und Beratung. Hierfür arbeiten wir mit einer versierten Kanzlei mit Fokus auf Medizinrecht zusammen. Wer bei einem Wegeunfall zahlt und was es sonst zu beachten gilt, klären wir für Sie auf juristischem Wege – ohne Vorkosten und ohne Risiko.

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